Therapie

In der schuleigenen Therapieabteilung arbeiten PhysiotherapeutInnen und ErgotherapeutInnen eng zusammen.

Unsere Therapeuten
Unsere Therapeuten

In unserem Schulkonzept sehen wir die Einbindung therapeutischer Maßnahmen als Teil einer ganzheitlichen und individuellen Förderung der Schüler und Schülerinnen an. Die therapeutische Unterstützung ist im Schulalltag integriert und findet nach Absprache zwischen den behandelnden TherapeutInnen und dem Klassenteam während der Unterrichtszeit statt.

Unsere fachspezifischen Therapiekonzepte sind: Therapie nach Bobath, Sensorische Integrationstherapie, Osteopathie, Feldenkrais, NEPA nach Pörnbacher, Cranio Sacrale Therapie, Manuelle Therapie, Rehabilitationssport für Rollstuhlfahrer, Unterstützte Kommunikation, Halliwick Schwimmtherapie und Psychomotorik.

Einzel- und Gruppentherapien finden unter anderem in unserem Therapie-Schwimmbecken mit individuell einstellbarem Hubboden, in der Turnhalle mit der eingebauten und schrägzustellenden Kletterwand und im Erlebnisraum mit Klangwasserbett statt.

Die individuell eingerichteten Räume der Therapieabteilung sind thematisch aufgeteilt. Somit findet man einen großen Bewegungsraum mit Trampolinen und Sitzsäcken, einen weiteren mit einer vielseitig einsetzbaren Balkenkonstruktion mit Aufhängungsmaterialien wie Schaukeln, einem riesen Schwungtuch, Hängematten und vielem mehr. Weitere Highlights sind unser Galileo-Gerät, unsere Wärmelampe und das Innocare Lagerungssystem, sowie eine eigene kleine Holzwerkstatt und ein gern genutzter „Matschraum“, in dem die Kinder ungehindert mit Farben, Ton, Knete und anderen Materialien Erfahrungen sammeln dürfen. Viele weitere Hilfsmittel- und Lagerungsmaterialien, sowie unterschiedliche Fahrzeuge und Spielutensilien sind in der Therapie zu finden.

Außerdem bieten die TherapeutInnen in Zusammenarbeit mit Lehrerinnen und ErzieherInnen verschiedene klassenübergreifende Arbeitsgemeinschaften an: Reiten, Kanu, Handbike, NF-Walker, Rollstuhlsport, Rollstuhl-Basketball, Bewegungsbaustelle, Klettern, Mädchengruppe, Psychomotorik und Schwimmgruppen.

Gemeinsam mit Orthopädiemechanikern und den Eltern/ Erziehungsberechtigten kann in unserer Schule eine Hilfsmittelberatung, -erprobung, -versorgung und kleine Reparaturen durchgeführt werden.

Kurzbeschreibung der einzelnen Therapieansätze
Therapiebaum
Therapiebaum

Bobaththerapie: Einzeltherapie auf neurophysiologischer Basis (Bobath) ermöglicht dem Kind, dass es seine Fähigkeiten und Kompetenzen entdecken, benutzen und weiterentwickeln kann für die Auseinandersetzung mit der Umwelt. Diese Therapieform ist besonders geeignet für Kinder mit cerebralen Bewegungsstörungen.

Sensorische Integration: Einzeltherapie im Rahmen der sensorischen Integrationsbehandlung unterstützt die Fähigkeit, Informationen, die die Sinnessysteme empfangen, für den Gebrauch zu organisieren. Diese Therapieform ist besonders geeignet für Kinder mit Wahrnehmungsstörungen.

Feldenkrais: Feldenkraisunterricht findet in der Regel als funktionale Integration in der Einzelsitzung statt oder als Gruppenunterricht in „Bewusstheit durch Bewegung“.

  • Funktionale Integration: Findet zumeist auf einer speziell dafür angefertigten Liege statt. Mittels feiner Berührungen und Bewegungen wird es ermöglicht wahrzunehmen, wie man sich gewohnheitsmäßig bewegt und wie bewusst man sich dessen ist. Neu erfahrene Bewegungsideen führen zur Klärung funktionaler Zusammenhänge. Angespannte Muskulatur lässt nach, sowohl vergessene aber auch überbeanspruchte Gelenke erfahren neue, funktionale Beweglichkeit. Das Nervensystem erfährt neue Impulse, welche nun eine veränderte, leichtere Bewegungsweise im alltäglichen Leben bewirkt.
  • Bewusstheit durch Bewegung: Hierbei werden einfache Übungen verbal angeleitet, die sich an alltäglichen Bewegungsfunktionen, sowie der motorischen Kindesentwicklung orientieren. Durch sanfte und aufmerksam ausgeführte Abläufe lernt man das eigen Bewegungsverhalten zu beobachten und bewusster wahrzunehmen. Das Nervensystem wird angeregt neue Bewegungsmöglichkeiten zu entdecken die leichter und oft weniger schmerzhaft sind. Unabhängig von Alter und Verfassung erreicht man mehr Leichtigkeit, Wohlbefinden und Entspannung, sowie mehr Energie, Konzentrations- und Leistungsfähigkeit.

Osteopathie: In der Osteopathie werden die Körpersysteme in Ihrer Gesamteinheit untersucht, um jegliche Beschwerden und Funktionsstörungen des Körpers ausfindig zu machen. Die Behandlung findet unabhängig von einer Schmerzregion statt, sie bezieht sich auf den gesamten Körper, um dessen Selbstheilungskräfte zu unterstützen.
Osteopathie optimiert die Gelenksbeweglichkeit im Alltag und im Sport, stärkt die Immunabwehr und normalisiert die Verdauung, Atmung, Fortpflanzung, den Blutkreislauf und das Nervensystem. (Mehr dazu finden Sie unter physiotherapie.studio1880-hamburg.de.)

NEPA (Neuro-Entwicklungspsychologischer Aufbau) nach Pörnbacher: Unter Zuhilfenahme von spezifischen Lagerungselementen wird dem Kind eine Basis gegeben, aus der es sich unter Eigenregulation aktiver im Unterricht und Alltag einbringen kann, begleitet durch Einzeltherapie als ganzheitliches Förderprogramm. Geeignet für jede Altersstufe mit Förderbedarf leichter bis schwerster Körper- und Sinnesfunktionsproblematiken.

Cranio Sacrale Therapie: In jedem Körper befinden sich die drei Aspekte des Lebens: Bewegung – Weite – Rhythmus. Über sanfte Impulse ist es möglich, diese drei Aspekte wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Der Körper wird an seine eigenen Prinzipien erinnert und kann sich selbst regulieren.

Manuelle Therapie: Die Manuelle Therapie beinhaltet die programmierte Untersuchung und Behandlung des gesamten Bewegungsapparates. Dies geschieht einzig unter Zuhilfenahme der Hände des Therapeuten (Manus = die Hand). Aufgespürte Funktionsstörungen werden behandelt und möglichst behoben (insbesondere der Muskeln und der Gelenke).

Rehabilitätssport für Rollstuhlfahrer: Sowohl Fahrtechniken als auch der alltägliche Umgang mit dem Rollstuhl werden unter fachlicher Anleitung spielerisch im Rollstuhlsport vermittelt. Das Ziel ist, rollstuhlfahrenden Kindern Möglichkeiten zu geben, ihre Mobilität zu verbessern und ihr Selbstwertgefühl zu stärken. Weiterführend stehen Mannschaftsspiele wie Rollstuhl-Basketball im Trainingsprogramm.

Unterstützte Kommunikation: Unterstützte Kommunikation bietet kaum sprechenden oder nicht sprechenden Kindern die Möglichkeit, sich außer der Körpersprache (Mimik/Gestik) mit verschiedenen Hilfsmitteln (z.B. Gebärden, Foto-/Bildmappen, Sprechgeräte/Talker) der Umwelt mitzuteilen.

Halliwick: Die Halliwick-Methode nach Mc Millan ist eine Schwimmtherapie. Sie beinhaltet 10 Lernschritte: Von der Wassergewöhnung über das Gewinnen der Balance in allen Ebenen bis zu einer einfachen Art des Rückenschwimmens.

Psychomotorik: Therapie, Pädagogik und Sport werden miteinander verbunden. Die Kinder haben die Möglichkeit, mit Hilfe von unterschiedlichen Bewegungsparcouren ihre soziale und psychische Entwicklung auszubauen und in ihrem Tempo Bewegungserfahrungen zu sammeln.

Das neue Projekt im Schuljahr 2018/19: Therapie an Schwerpunktschulen

Seit dem aktuellen Schuljahr 2018/19 ist die Kurt-Juster-Schule auch in den umliegenden Schwerpunktschulen aktiv und versorgt die Schüler*innen mit Sonderpädagogischem Förderbedarf in Körperlich-Motorischer Entwicklung mit Therapie. Das Konzept verfolgt das Ziel, „…den Schülerinnen und Schülern die Teilhabe am Schulalltag mit der größtmöglichen Selbstständigkeit zu ermöglichen und den Lebensraum Schule für sie mit ihren vielfältigen Behinderungen erlebbar und gestaltbar zu machen. Die Leitthemen sind Selbsttätigkeit, Selbstbestimmung und Sozialkompetenz.“ (s. „Therapeut*innen an Hamburger Schulen, 2010“). Das Aufgabenfeld der Therapeut*innen an der Kurt-Juster-Schule hat sich dadurch stark erweitert und der Dienst am anderen Ort ist jetzt regulärer Bestandteil der Tätigkeit. Die Zusammenarbeit mit den Schwerpunktschulen ist erst im Aufbau. Wir arbeiten aktuell mit der STS Am Heidberg, STS Eppendorf, STS Winterhude und der STS Poppenbüttel zusammen.

Haben Sie Fragen?

Sie können uns am besten Mittwoch in der Zeit von 9.20 – 9.40 Uhr telefonisch unter der Nummer 040-42 88 66 812 erreichen.

Oder Sie schreiben uns eine Email:  kjs.therapie [at] yahoo.de

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Die AG der Therapeuten der Körperbehindertenschulen Hamburgs hat am 26.10.2010 ein Grundsatzprogramm vorgelegt:
Therapeutisches Grundsatzprogramm