Unterstützte Kommunikation

In unserer Schule gibt es zahlreiche Schülerinnen und Schüler, die nicht sprechen können oder deren Sprache kaum verständlich ist. Wir unterstützen sie dabei, ihre Wünsche und Bedürfnisse eindeutiger zu äußern, Fragen zu stellen und ihre Gedanken, Meinungen und Ideen klarer mitzuteilen. So können sie im Kontakt zu anderen eine aktive Rolle einnehmen, mehr Einfluss auf ihre Umgebung nehmen und größere Selbständigkeit erlangen.

Levin sucht aus, ob er ein Buch lesen, Musik hören, den Ventilator einschalten oder mit dem Pferd spielen möchte.
Levin sucht aus, ob er ein Buch lesen, Musik hören, den Ventilator einschalten oder mit dem Pferd spielen möchte.

Wir entwickeln für jeden betroffenen Schüler ein individuelles, an seinen Bedürfnissen orientiertes Kommunikationssystem, das sich aus verschiedenen Bausteinen zusammensetzt. Dazu gehören:

  • Mimik, Blickbewegungen, Gestik und Körperhaltung
  • Gebärden
  • einzelne Laute und Wörter
  • Kommunikationsbücher, -tafeln, und -karten mit Fotos, Bildern und Symbolen
  • elektronische Kommunikationshilfen (z.B. Sprechgeräte und „sprechende“ Tasten, Computer)
  • Schriftsprache
Unterhaltung beim Mittagessen
Unterhaltung beim Mittagessen

Die Förderung ist eingebunden in den Unterricht und den Schulalltag. Daneben gibt es je nach Bedarf spezielle Förderstunden, die einzeln oder in kleinen Gruppen stattfinden.

Näheres über unsere Arbeitsweise erfahren Sie in unserem Konzept.

Konzept der Kurt-Juster-Schule zur Unterstützten Kommunikation (UK)
Unser Verständnis:

Die Kommunikation gehört zu den Grundbedürfnissen des Menschen und spielt eine wesentliche Rolle im sozialen Leben.

Etwa 30% unserer Schülerinnen und Schüler können sich aufgrund ihrer Behinderung nicht bzw. nicht ausreichend über die Lautsprache verständlich machen und sind daher in ihrer Kommunikation erheblich eingeschränkt.

Morgenkreis in Klasse 2
Morgenkreis in Klasse 2

Wir betrachten es als eine wichtige Aufgabe, ihnen individuelle Hilfen anzubieten und sie in ihrer Kommunikation zu fördern.
Unsere Grundsätze:

Wir messen der unterrichtsimmanenten UK-Förderung in den Klassen eine große Bedeutung zu. Die unterschiedlichen Kommunikationsmittel (z.B. Gebärden, Bildkarten, Geräte) werden eingebunden in den Unterricht und den Schulalltag (z.B. Theater u.ä.).

Aus den Erfahrungen wissen wir, dass die Schülerinnen und Schüler auch spezielle Förderstunden benötigen. Dies können – je nach Bedarf – Einzelstunden und/ oder Gruppenstunden sein. In diesen Stunden werden grundlegende Kommunikationsregeln erarbeitet, der Umgang mit den Kommunikationsgeräten und den Hilfsmitteln gelernt und geübt.

Das Ziel ist, die Schülerinnen und Schüler vertraut zu machen mit den entsprechenden Kommunikationsmitteln und -geräten sowie sie zu unterstützen, ihre Fertigkeiten zu erweitern. Die UK-Gruppen bieten darüber hinaus eine geschützte Umgebung mit ausreichend Zeit zum Festigen und Anwenden des Gelernten. Motivation und Spaß an der Kommunikation spielen dabei eine entscheidende Rolle.

Bojan, Furkan und Karen überlegen, was sie gleich auf dem Markt einkaufen möchten.
Bojan, Furkan und Karen überlegen, was sie gleich auf dem Markt einkaufen möchten.
Organisation:

Die UK-Arbeit an der Schule wird von einer UK-Koordinatorin (Pädagogin) organisiert. Sie ist bereits bei den Aufnahmegesprächen und der Erstellung der Diagnostik für die Erstklässler beteiligt, um Art und Umfang der Kommunikation zu erfassen und Empfehlungen zu geben.

Die UK-Koordinatorin wird von einer Ergotherapeutin unterstützt.

Die Förderstunden werden von fachkundigen Kollegen aller Berufsgruppen erteilt, die Fördermaßnahmen werden in enger Zusammenarbeit mit den Eltern und dem Klassenteam durchgeführt. Dazu gehört, dass alle Verantwortlichen, die mit den betreffenden Schülern arbeiten, auch beraten werden im Hinblick auf die Einbindung der UK in Unterricht, die Therapie und den Umgang im Alltag. Die erforderliche Vorbereitungszeit für diese Förderstunden wird zur Verfügung gestellt.

Zusammenarbeit und Fortbildung:

Die Zusammenarbeit von Pädagogin und Ergotherapeutin mit ihren jeweiligen Fachkompetenzen ist ganz besonders wichtig im Bereich der Diagnostik und Evaluation.

Ausgehend von den vorhandenen Kommunikationsmöglichkeiten und -bedürfnissen wird – in Absprache mit Eltern, Klassenteam und Therapeuten – für jeden Schüler ein individuelles Kommunikationssystem entwickelt. Auch die Fördermaßnahmen werden gemeinsam festgelegt. Überprüfungen werden in regelmäßigen Abständen durchgeführt.

Beratungen und Schulungen zu speziellen Fragestellungen und Themen finden je nach Bedarf im Rahmen von Einzelterminen oder in Klassen- und Hausteams statt. Außerdem werden Termine für bestimmte Personenkreise organisiert (z.B. für Eltern zu bestimmten Fragestellungen oder eine Einführung in UK für FSJler, Eingliederungshilfen und Praktikanten).

UK-Einführung für die FSJler: Wie können elektrische Geräte wie Föhn oder Ventilator mit einer externen Taste bedient werden?

Die Kolleginnen und Kollegen, die für die UK eingesetzt sind, bilden sich regelmäßig fort und nehmen an den UK-Fachkonferenzen teil, die mindestens zweimal jährlich stattfinden. Diese Konferenzen bieten ein Forum für den fachlichen Austausch zu bestimmten Fragestellungen und Problemen, die Multiplikation von Fortbildungsinhalten, die Erarbeitung von Maßnahmen zur Institutionalisierung von UK an der Schule und die Absprache über Anschaffungen von UK-Hilfsmitteln.

Aufgaben der UK-Koordinatorin:
  • Diagnostik und Evalution
  • Beratung von Kollegen und Eltern
  • Vertretung der Schule in UK-Angelegenheiten; Ansprechpartnerin für andere Schulen, Firmen und Institutionen
  • Teilnahme an Veranstaltungen der Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation e.V. (ISAAC), an den Treffen des Hamburger Arbeitskreises UK sowie an Fortbildungsveranstaltungen
  • Vorbereitung und Durchführung der UK-Fachkonferenzen
  • Beiträge für den UK-Teil der Homepage der Schule
  • Organisation und Verteilung der Förderstunden und der UK-Gruppen
  • Beschaffung, Verwaltung und Reparatur von UK-Inventar
  • Aufstellungen und Listen zur UK-Arbeit an der Schule

Schule für körperliche und motorische Entwicklung in Hamburg-Alsterdorf, Alsterdorfer Straße 420.