Mein freiwilliges soziales Jahr

Wenn ihr noch am Überlegen seid, ob ihr ein FSJ machen wollt, dann
seid ihr hier genau richtig!

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Die Arbeit mit den Kindern ist das Größte. Es macht unglaublich viel Spaß und man lernt auch viel über sich selbst. Am Anfang hatte ich große Bedenken, ob die Arbeit mit beeinträchtigten Kinder das Richtige für mich ist. Doch dann habe ich mir die Arbeit einen Tag angeschaut und wusste, ich möchte es versuchen.

Die ersten Wochen in der Schule waren noch schwer für mich. Ich hatte zuerst ziemliche Hemmungen, mich den Kindern anzunähern und mich mit ihnen anzufreunden. Als die Kinder nach einigen Wochen aber anfingen, mir ihr Herz auszuschütten und viel von sich zu erzählen, da hat es dann doch angefangen so richtig Spaß zu machen. Mit der Zeit sind wir uns immer vertrauter geworden und inzwischen sind mir die Kleinen total ans Herz gewachsen. Ich möchte am liebsten gar nicht mehr weg gehen. Doch irgendwann muss leider auch die schönste Zeit ein Ende haben.

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Ich habe in diesem Jahr unglaublich viel über mich selbst gelernt. Es ist ja nicht immer einfach mit Kindern mit so unterschiedlichen und auch sehr starken Behinderungen umzugehen, denen das Lernen auch nicht so leicht fällt. Irgendwann siehst du aber nicht mehr die Behinderung sondern einfach Kinder und du versuchst so gut zu helfen, wie du kannst. Das Gefühl, das du bekommst, wenn du es z.B. geschafft hast, einem Kind in Mathe geduldig beizubringen, dass 7+3 das selbe ist wie 3+7, das ist unbeschreiblich. Die Kinder sind dir auch unglaublich dankbar für deine Hilfe. Manchmal muss man aber auch seine Hilflosigkeit in Kauf nehmen können, wenn man z.B. feststellt, dass das Kind in der nächsten Stunde wieder alles vergessen hat. Dann beginnst du über deinen Schatten zu springen. Du stellst fest, dass du sehr sehr viel Geduld brauchst und versuchst es nochmal und nochmal. Wenn dich dieses Kind dann anschaut und du merkst, es kann einfach nicht anders und versteht es noch immer nicht, dann erklärst du es gerne auch noch 20mal.

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Natürlich gehören an dieser Schule auch pflegerische Aufgaben dazu. Das sind insbesondere Füttern und Wickeln oder auf die Toilette begleiten und beim Umsetzen vom Rolli auf ein Klo zu helfen. Zu meinen Aufgaben gehörte sogar auch das Sondieren und Inhalieren von einem Jungen mit schwersten Beeinträchtigungen. Am Anfang hatte ich auch in diesem Bereich so meine Hemmungen und Ängste und es sind ja auch erstmal nicht die Aufgaben mit dem größten Spaßfaktor. Aber diese Kinder brauchen nun mal auch diese Unterstützung unbedingt und wenn man merkt, dass man ihnen etwas Gutes damit tut, dann nimmt man auch diesen Aufwand gerne in Kauf.

Und noch etwas ist eine tolle Erfahrung. Die Kinder an dieser Schule tragen ihr Herz auf der Zunge und sagen dir frei heraus ihre Meinung, auch wenn du sie manchmal gar nicht hören willst. Das habe ich zu schätzen gelernt, denn manchmal hat man auch doofe Tage und das bekommst du von den Kindern direkt gespiegelt. Aber genauso auch die guten Tage, dann bekommst du gleich erzählt, wie nett du bist. Sie spielen auch gerne mit dir, z.B. Fußball oder Gesellschaftsspiele. Hier bist du auch pädagogisch gefragt und das ist auch nicht immer gleich einfach. Man muss sich z.B. auf einige Kinder besonders sensibel einstellen und gucken, was sie schaffen können. Man muss vorsichtig damit sein ob man selbst gewinnen will oder sie lieber gewinnen lässt, denn die meisten Kinder brauchen Erfolgserlebnisse und freuen sich sehr, wenn sie es geschafft haben einen Erwachsen zu besiegen. Da lässt man sie doch gerne mal gewinnen, wenn ein glückliches Kind dabei raus kommt.

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Es hat mir richtig viel Spaß gemacht mit den Kindern und mit dem Team zusammen zu arbeiten und ich weiß ich werde die Zeit sehr vermissen und in guter Erinnerung behalten.